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Oktoberfeste breiten sich aus.

Donnerstag, 20. September 2012

Menschen, die es gut mit mir meinen, haben mich dieses Jahr zum Oktoberfest nach München eingeladen. Das ist Anlass zur Freude, denn ich war schon sehr lange nicht mehr in der bayerischen Hauptstadt und noch nie auf der Wiesn. Die Vorfreude steigt und alle, die mitwollen, trainieren schon eifrig das Trinken von Bier aus Behältern, die man auch zum Bizepstraining benutzen kann.

Mein Blick auf alles Oktoberfestige ist durch die Einladung natürlich geschärft worden. Dennoch überrascht es mich, wie sehr dieses Jahr die Festzeltromantik und das Bayerische den Norden erobert hat. Bei C&A gibt es Dirndls en masse zu kaufen, und die meisten sehen so billig aus, dass man sie für Fastnachtskostüme halten kann. Überhaupt: Das Oktoberfest ist wohl einer der ganz wenigen Anlässe, bei dem Touristen sich allen Ernstes zum Horst machen und sich als Einheimische kostümieren. Es gibt sogar Kostümierungsanleitungen im Internet. Ich meine  – Hallo – , da brauche ich doch nur ein Wort zu sagen und schon weiß jeder, dass ich nicht in Laufweite vom Festzelt geboren worden bin. Das sollte man mal zum Mardi Gras machen, alle fahren nach New Orleans und verkleiden sich als Afroamerikaner. Oder wenn wir nach Rio zum Karneval fliegen, kostümieren wir uns als Sambatänzer. Das hätte sicher was, wenn es bei C&A die Kostüme dafür gäbe.

Mich stört es schon ein wenig, wie sehr das bayerische Fest zu einem dieser Abverkaufsereignisse geworden ist, die das ganze Jahr über die Themen für den Konsum vorgeben. Bei Aldi gab es gerade eine Oktoberfestwoche mit Weißwurst in Dosen. Das ist schon schlimm genug. Aber muss denn wirklich jede zweite Kneipe – ob Irish Pub oder American Diner – ihr eigenes Oktoberfest veranstalten, mit weißblauen Tischsets, Fähnchen und launischen Servieraushilfen in so einer Art Dirndlersatz? Jedes dritte Dorf im Hamburger Umland feiert etwas, das sich Oktoberfest nennt. Meist gibt es nicht mal bayerisches Bier, sondern das normale Gebräu, nur eben auf weißblauen Papiertischsets. Im Altersheim feiern sie zünftig mit Kaffee und Kuchen.  Auch die Hamburger SPD hat vor kurzem ihr eigenes Oktoberfest gehabt. Am Tag danach waren in der Tagespresse Fotos von kostümierten lokalen Politgrößen zu sehen, die alle den Söder, den Seehofer oder die Aigner machen. Was für ein Schwachsinn!

Vor ein paar Tagen ist mir ein Artikel in einem dieser Lokalblättchen untergekommen. Da wird ein Oktoberfest in einem Einkaufszentrum angekündigt, wo es nach Meinung des Blattes absolut „zünftig“ zugeht. Man bekommt „Musi“ zu hören. Der Autohändler stellt ein Sondermodell vor. Die Leitung des Einkaufszentrums veranstaltet einen Rettichschneidewettbewerb, bei dem es Handys zu gewinnen gibt – und für die Kinder findet der beliebte Laternenumzug mit Spielmannszügen statt. Nicht zu vergessen, die Jugendfeuerwehren messen sich im Wettspritzen. Natürlich braucht man kein Bier zu trinken, wozu auch? Und wer Schweinshaxe nicht mag, der greift zu „einem leckeren Fischbrötchen“, wie das der Bayer eben so macht, wenn er feiert.

Sollen die Leute doch ihren Spaß haben. Doch was hat das mit Bayern zu tun? Irgendwie finde ich es schade, dass wir alle unsere Traditionen in etwas verwandeln, das an einen Kartoffelbrei aus Pulver erinnert, ohne Konturen, ohne alles. Da gibt es Weihnachten ohne Jesus, Halloween aus USA, und alles ist nur ein Anlass, um noch mehr zu konsumieren und die Sau rauszulassen. Ich fürchte ja, manche Menschen halten diese Kaspereien für unsere Traditionen.

Ich bin übrigens gespannt, wann man zum Beispiel in München einen Original Hamburger Hafengeburtstag im Einkaufszentrum feiert – ohne Hafen, ohne Schiffe, aber dafür ziehen sie sich alle so ein Finkenwerder Elbfischerdress an und schunkeln zu Shanties. Wobei … ich glaube, ich habe so etwas Ähnliches vor kurzem wirklich gesehen – in Berlin. Gibt es also nichts, was es nicht gibt in unserer durchgedrehten Spaßkultur?

Update: Ein Hamburger Fischmarkt in Oberösterreich!

Grüne Servietten auf einem blauen Tischtuch.

Sonntag, 08. Juli 2012

Das Buch

Karin Wahlberg, „Ein plötzlicher Tod“, München 2004. Eine Rezension.

Es gibt Krimis, die erzeugen Spannung durch eine aufregende Handlung. Manche faszinieren durch ihre Sprache oder durch besonders lebensnah geschilderte Personen. Und dann gibt es eine Sorte Kriminalromane, die man meiner Ansicht nach mit Warnhinweisen versehen sollte. „Ein plötzlicher Tod“ von Karin Wahlberg ist so ein Buch. Die stark konstruiert wirkende Geschichte wäre in 50 Seiten locker erzählt. Das Werk ist aber über 400 Seiten stark, weil jede der gefühlt 100 mitwirkenden Personen zu allem eine Meinung und ein Gefühl hat. Beispiel: Wenn die Polizisten mit Vollgas zum Mörder rasen, um ein weiteres Verbrechen zu verhindern, reflektieren sie unterwegs, dass bald wieder Advent und Weihnachten sein wird und sie von den stillen Sommertagen wenig gehabt haben werden, weil sie eben diesen Mörder jagen müssen. An anderer Stelle bricht eine seitenlange Diskussion zwischen den Ermittlungsbeamten los, ob das Reihenhaus, in dem die Ermordete lebte, wirklich ein Reihenhaus genannt werden kann. Was soll das?

Nicht nur nimmt die Autorin ihren Stoff nicht ernst, auch die handelnden Personen scheinen ihr Tun nicht besonders wichtig zu nehmen. Es ist fast so, als hätten alle eine Droge genommen und würden von der Realität nur wenig mitbekommen. Da gibt es eine Frau, deren Gesicht von einem Mann zertrümmert wurde und die das nur knapp überlebte. Nach ein paar Wochen Krankenhaus ist sie wieder fast die alte und springt erneut fröhlich in der Geschichte herum, nur von Komplexen belastet, dass sie sich immer die falschen Männer aussucht.

Ein anderes Ärgernis sind die ins letzte Detail gehenden Beschreibungen von allem und jedem. Es gibt ja eine Konvention im Krimi, dass im Text hervorgehobene Dinge eine bestimmte Bedeutung erhalten. Das wird hier total ad absurdum geführt, weil absolut alles beschrieben wird und danach in der Versenkung verschwindet. Ob es um Servietten geht, die farblich zur Tischdecke passen, oder um die Größe der Blumensträuße, alles, alles, alles muss beschrieben werden. Jemand trocknet sich die Hände mit einem Papierhandtuch – nein, mit einem rauhen Papierhandtuch. Wozu muss ich das wissen?

Wenn es dagegen interessant wird, bleibt die Autorin extrem vage. Eine Waffe muss besorgt werden. Was tut man? Man belauscht jugendliche Waffennarren, die erzählen, in Tallinn gäbe es jede Menge Waffen. Dann reist man dorthin, fragt sich durch und kauft einem freundlichen Kriminellen auf einem menschenleeren Marktplatz eine Pistole ab. Der Verkäufer, ganz Ehrenmann, erklärt dann noch deren Funktion. Zum Glück sprechen estnische Kriminelle fließend Englisch und vergreifen sich nie an hilflosen Touristen.

Der Roman soll in Schweden monatelang auf den Bestsellerlisten gestanden haben, erfährt man auf dem Rücktitel. Von Bild am Sonntag, der Frankfurter Rundschau und TV-Movie soll er in höchsten Tönen gelobt worden sein. Das kann gut sein. Es scheint eine Menge Menschen zu geben, die Krimis lesen, obwohl sie keine Krimis mögen. Leichen? Eklig. Polizeiarbeit? Langweilig. Psychologie? Na ja. Aber welche Person welche Süßigkeiten mag, das wollen wir doch wissen. Und vor allem: Welche Frau aus dem Ermittlungsteam hat ein Auge auf wen geworfen, wie verläuft eine Geburt in allen Einzelheiten und wer trägt welche Frisur zu welcher Jahreszeit? So erinnert das Buch letztendlich sehr an das Skript für eine dieser Vorabendserien, vor denen es mich gruselt.

Kann man ja mal ansehen.

Mittwoch, 27. Juni 2012

Hier halte ich einen kurzen Vortrag über die Freude des Entdeckens. Die Veranstaltung heißt Interesting Berlin, die Aufnahme entstand am 13. März 2010.

Silenttiffys Reise ins Paradies.

Dienstag, 12. Juni 2012

Eine Statue in Krakau

Alexandra Tobor: „Sitzen vier Polen im Auto“. Eine Rezension.

Alexandra Tobor habe ich das erste Mal bei einer Lesung in Berlin gesehen. Es war eine der legendären Veranstaltungen des als @vergraemer bekannten Jan-Uwe Fitz, in denen sich Blogger und Twitterer ihren Lesern und Fans vorstellen. Kennengelernt hatte ich die Autorin schon eine Weile zuvor, als sie ihren Twitter-Followern lange Nächte verkürzte. Als @silenttiffy nutzte sie ausgerechnet die abendländische Kunstgeschichte dazu, ihren Schabernack mit uns zu treiben.

Was ich erwartete, war gut gemachter Blödsinn. Was wir vorgelesen bekamen, war ein Kapitel aus einem noch zu schreibenden Buch. Thema: die Migration eines sehr phantasiebegabten 8-jährigen Mädchens von Polen nach Westdeutschland. Verfasst in einer Sprache, deren feine Ironie sich über allerlei absurde Situationen mokierte, ohne dabei die Akteure bloß zu stellen. Ich hatte damals nur einen Gedanken: Hoffentlich wird dieses Buch fertig, und hoffentlich hält sie die Qualität bis zum Ende durch.

Zwei gute Nachrichten: Es ist fertig und sie hat durchgehalten. Erschienen ist Sitzen vier Polen im Auto unter diesem minimal missratenen Titel in einer Taschenbuchreihe bei Ullstein. Man bekommt das Buch dieser Tage sogar im Bahnhofsbuchhandel. Das macht die Geschichte nicht minder lesenswert. Wenn man es aufschlägt, gerät man in die magische Welt eines kleinen polnischen Mädchens, in der es Katzen zu retten gilt und mit den allerbesten Freundinnen Geheimnisse getauscht werden – eine Art Bullerbü für Fortgeschrittene. In dieser Idylle entdeckt die kleine Ola verschiedene Zeichen, die auf ein weit entferntes paradiesisches Land hindeuten, das mystische BRD!

Die Kinderperspektive ist mitfühlend geschildert und klug gewählt. In ihr dürften sich die meisten Leserinnen und Leser wiederfinden. Wohl jeder kennt die Verhandlungen mit den Eltern, die Versprechen, ab jetzt immer lieb zu sein, wenn nur … So fällt es leicht, Olas Perspektive einzunehmen, als sie mit ihrer Familie wirklich das Abenteuer wagt, ins Paradies zu reisen. Selbstverständlich weist das Reiseziel umso mehr Flecken und Risse auf, je näher man ihm kommt.

Alexandra Tobor hat einen guten Blick für das Absurde, das Komische. Ich habe noch nie eine Migrationsgeschichte aus Deutschland gelesen, die sich so heiter am erhobenen Zeigefinger vorbeischlängelt. Dabei ahnt man, dass die geschilderten Szenen in den verschiedenen Auffanglagern, Grundschulen und Supermärkten bei weitem nicht so komisch waren wie hier geschildert. Erschreckend fand ich zum Beispiel das Kapitel, wo Ola als eine Art Zootier für eine Nacht an die Tochter einer deutschen Familie ausgeliehen wurde. Spätestens hier ist eindeutig Schluss mit lustig.

Was mich persönlich beim Lesen am meisten beschäftigt, ist die unverkrampfte Benennung der Vorurteile in diesem Kulturschockexperiment. Ich bin ja in den Siebzigern in West-Berlin (oder Berlin-West, keinesfalls aber in Westberlin) aufgewachsen. Obendrein ist meine Familie auch mal aus dem Osten geflüchtet, nur einige Jahrzehnte früher und unter anderen Vorzeichen. In meiner Umgebung wurde daher nie bezweifelt, dass die Polen die Arbeit nicht erfunden haben und man sich besser fern von ihnen hält. Dass es sich hierbei um Vorurteile handelte, habe ich erst viel später begriffen. Insofern komme ich auch vor in diesem Buch. Wenn ich mich daran erinnere, was für absurde Phantasien wir über unser Nachbarvolk hatten, will ich mir gar nicht vorstellen, wie viel Wahrheitsgehalt wohl in dem steckt, was ich so über Afghanistan, Ost-Timor oder Mali weiß und denke.

Ich würde es deshalb sehr begrüßen, wenn Frau Tobor sich in den nächsten Jahren die Mühe macht, aus ein paar anderen Ländern nach Deutschland auszuwandern und darüber zu schreiben. Das wäre sicher ebenso komisch wie lehrreich.

PS: Die Abbildung zeigt eine Statue in Krakau. Wer das ist, keine Ahnung, ich wurde protestantisch erzogen.

PPS: @maennig hat mich aufgeklärt. Er schreibt: „Die Dame auf der Steinsäule ist eine gewisse Maria, deren Sohn Jesus sogar den meisten Protestanten bekannt ist. Hier sehen wir sie allerdings in einer ihrer eher katholischen Ausprägungen als Unsere Liebe Frau der Gnaden (Matki Bożej Łaskawej). Die Skulptur wurde im Jahr 1771 von Jan Krzyżanowski geschaffen und erinnert an die Pestepidemie von 1707/1708, bei der laut Volksglauben die Mutter Gottes die Stadt vor Schlimmerem bewahrte. Zuvor fielen allerdings erst einmal über 7.000 Krakauer dem Schwarzen Tod zum Opfer. Typisch sind die so genannten Pestpfeile, die Maria in der Hand hält. Mit diesen schickt der christliche Gott für gewöhnlich die Pest oder andere Strafen nach Wahl zur Menschheit hinab, wenn diese sich wieder einmal daneben benommen hat. Maria fängt sie jedoch zum Schutz der Menschen auf – oder sie prallen an ihr ab. Daher sind die Pfeile auch abgeknickt dargestellt. Ihren heutigen Standort am Übergang vom Stadtgarten (Planty) zur ul. Jagiellońska hat die Statue übrigens charmanterweise 1941 durch die deutsche Besatzungsmacht erhalten.“

Eine Facebook-Freundschaft muss nicht fürs Leben sein.

Samstag, 19. Mai 2012

Eben habe ich mich von einer Person auf Facebook getrennt. Warum? Weil wir verschiedene Ansichten darüber haben, was guter Ton bei Facebook ist. Das hat zu mehreren Diskussionen geführt, und jetzt habe ich die Konsequenzen gezogen.

Was lerne ich daraus?

Erstens: Facebook ist zumindest für mich kein Medium, um 1000 neue Freunde zu finden. Da eignet sich Twitter viel besser. Das Besondere an der „Buch“ genannten Website ist, mit den Menschen in Kontakt zu bleiben, die ich im richtigen Leben kenne. Das geht hier sehr einfach. Doch nicht jeder ist bei Facebook und nicht jeder kommuniziert auf die gleiche Weise. Also ist es kein Beinbruch, wenn ich mit jemandem hier nicht verlinkt bin. Es gibt mehr als genug andere Möglichkeiten, sich auszutauschen. Ein gemeinsames Bier gehört hier zu meinen Favoriten.

Zweitens: Nehmt es nicht übel, wenn jemand Euch entfreundet. Wahrscheinlich bezieht sich das nur auf die Facebook-Verbindung und nicht auf das wirkliche Leben. Klar, man kann sich im ersten Moment zurückgestoßen fühlen. Doch das muss nicht sein. Diese neuen Social Media Spielzeuge sind einfach zu frisch. Wir experimentieren alle damit herum, und ein „Knigge“ voller Verhaltensregeln hat sich noch nicht herausgebildet. Also kann es gut sein, dass wir im Leben gut kommunizieren und es auf Facebook dennoch nicht so gut klappt.

Drittens: Diese Facebook-Mail Funktion ist praktisch. Ich vergesse leicht, dass es auch ohne sie geht. Kann es sein, dass ich manche Freunde nur geadded habe, um mir keine Mailadressen merken zu müssen? Ich gehe jetzt ein wenig vorsichtiger mit Einladungen um. Lieber auf ein paar Facebook-Freunde verzichten als die Kontrolle darüber verlieren, wer was lesen und sehen kann.

Viertens: Es muss ja nicht für immer sein. Ich kann auf Facebook experimentieren. Wenn ich merke, dass ich einen Fehler gemacht habe, kann ich die Person wieder zur Freundschaft einladen. Mein Tipp: Lieber öfter mal was ändern als lange darüber nachdenken, ob man sich das traut und was die anderen sagen.

Lügner und Lügen.

Mittwoch, 16. Mai 2012

Schipol Airport

David Ignatius, „Der Deal“. Eine Rezension.

Das Entscheidende an einer Geschichte aus Geheimdienstkreisen ist das Gefühl, dass es so gewesen sein könnte. Das ist hier deshalb so wichtig, weil wir das Milieu nicht aus erster Hand kennen. Ein Buch aus dem Schulalltag können wir viel leichter beurteilen, denn in der Schule war jeder von uns mindestens einmal. Der Geheimdienstroman dagegen ist so etwas Ähnliches wie Science Ficion. Was er erzählt, vergleichen wir mit allem, was wir wissen, und dann glauben wir dem Autor und lassen uns auf seine Geschichte ein – oder eben nicht.

Für meine Begriffe hat John le Carré hier Standards gesetzt, vor allem mit seinen Bücher über George Smiley, in denen er auch damals aktuelle Affairen einfließen ließ. LeCarré hat einmal darauf hingewiesen, wieviel Mühe er sich gegeben hat, eine Sprache zu entwickelt, die für uns Laien echt klingt.

David Ignatius gehört zu meinen Lieblingsautoren, aus genau diesen Gründen. Die von ihm geschaffene Geheimdienstwelt klingt echt. Ich kann mir leicht vorstellen, dass er Kontakte beim CIA hat und seinen Insiderblick nutzt. Obwohl das wahrscheinlich nicht so ist, eher ist der Effekt der Authenzität wohl kalkulierte Schreibkunst.

Das neue Buch „Der Deal“, auf englisch „Bloodmoney“, schafft es, die Herausforderungen an die CIA der Obama-Ärea anhand einer spannenden Geschichte auf den Punkt zu bringen. Sicher, es wird viel gegessen, geflogen und in Hotels übernachtet wie im Genre üblich. Eine schöne, blonde, clevere, mutige, überlebensgroße Heldin gibts auch, danke! Doch im Mittelpunkt steht etwas anderes: Die Einsicht, dass ein Agent dann Erfolg hat, wenn er erfolgreich lügt. Und dass man niemandem trauen sollte, der Lügen verkauft. Und dass man verloren ist, wenn man niemand trauen kann.

Nein, eine Inhaltsangabe findet sich hier nicht – weil es sich lohnt, das Buch selbst zu lesen.

Wurm und Drang.

Samstag, 17. März 2012

Sturm

Ich mag Sturm. Ohne Sturm würde der Welt etwas fehlen. Ohne diesen Ausdruck wäre die Welt und die Sprache ärmer. Statt dieser einen Silbe müsste man sich mit „Starkwindereignis mit Windgeschwindigkeiten von mindestens 76 km pro Stunde“ behelfen, was ziemlich umständlich wäre. Der Wetterbericht würde um ein gutes Stück länger sein: „Ein schweres Starkwindereignis mit Windgeschwindigkeiten von mindestens 76 km pro Stunde wird für morgen über der Nordsee erwartet. Ausläufer dieses Starkwindereignisses werden aller Voraussicht die norddeutsche Tiefebene erreichen und dort zu äußerst starkwindereignisreichen Böen führen.“

Am nächsten Tag wäre die Zeitung voller Berichte über die zerstörerischen Folgen: „Ein Starkwindereignis mit Windgeschwindigkeiten von über 76 km pro Stunde fegte gestern über die norddeutsche Tiefebene hinweg und richtete starke Starkwindereignis-Schäden an. Es deckte Dächer ab, zerstörte allzu preiswerte Regenschirme und ließ Bäume auf nicht abbezahlte Kraftfahrzeuge stürzen. Es war das stärkste Starkwindereignis seit dem Starkwindereignis vom letzten November.“

Ähnlich schade wäre es, wenn bekannte Sprichwörter und Redensarten ihren Charme verlören. „Starkwindereignis im Wasserglas“ klingt ziemlich bemüht und „Starkwindereignis und Drang“ verlöre seinen Reim und seinen Reiz. Eine starkwindereignisreiche Umarmung wäre ein Ausdruck der Liebe, für den die Sprache keinen geeigneten Ausdruck anzubieten hätte.

Außerdem ist es gut, dass ein Sturm ausgerechnet „Sturm“ heißt und nicht zum Beispiel „Wurm“. Nicht auszudenken, wenn ein jedes Mal ein „Wurm der Entrüstung“ durch die politische Szene fegen würde, wenn der Opposition nicht passt was die Regierung tut oder bleiben lässt. Andererseits: Die Nazi-Postille „Der Würmer“ hätte vielleicht weniger Schaden angerichtet, und in „würmischen Zeiten“ hätte die Liebe weniger Chancen zu erblühen. Der „Wurm auf die Bastille“ hätte nicht zur Revolution geführt, und die Wilhelmsburger „Wurmflut“ im Jahre 1962 würde zwar so eklig klingen wie das Dschungelcamp, doch vielleicht wären weniger Tote zu beklagen.

Manches wäre auch nicht so schlimm. Der „Regenwurm“ zum Beispiel hätte bleiben können was er ist.

Das Spenst.

Donnerstag, 01. März 2012

Gespenst

Das Spenst gießt sich noch einen tiefen Schluck ins Glas, trinkt ihn in einem Zug und starrt alkoholisiert auf die mit Ölfarbe gestrichene Küchenwand. Es tut sich unendlich Leid. Seine Zeit ist vorbei. Nirgendwo wird ein tüchtiges Gespenst gebraucht, das seinen Beruf noch von der Pike auf gelernt hat. Früher, ja früher war alles noch ganz anders. Da genoss man noch hohes Ansehen in der Welt und konnte auf Parties jede Menge attraktive Geisteswesen des anderen Geschlechts um sich scharen, wenn man von gelungenen Spukereien berichtete. Früher sahen kleine Kinder jeden Abend unter dem Bett nach, ob ein Monster darunter lag. Schriftsteller wie der berühmte Engländer Sir Arthur Conan Doyle, der deutsche Jurist E. T. A. Hoffmann, der Kommunist Karl Marx und der Dandy Oscar Wilde lieferten die vorzüglichsten Geistergeschichten, de Herren zittern und Damen erbleichen ließen. Gespenster konnten ihren Dienst tun, durch alte Schlösser mit knarrenden Dielen spuken und sensiblen Damen einen Schreck fürs Leben einjagen, um sie anschließend in die Arme tapferer Ritter zu treiben. Wenn diese dann der Weiblichkeit mit ihrem Liebesgeflüster die Angst vor Geistern zu nehmen versuchten, saß das Spenst in der Nähe und wischte sich eine Träne aus der leeren Augenhöhle. Das war ein schönes Leben.

Dem Spenst ist jetzt ganz weinerlich zumute. Es gießt sich noch ein Glas von dem wunderbaren Himbeergeist ein. Sein Blick gleitet über das weiße Gespenstergewand. Ziemlich abgetragen sieht es aus, an manchen Stellen kann man den Stoff beim besten Willen nicht mehr als weiß bezeichnen. An einer Seite ist das Gewand sogar ein Stück aufgerissen, so dass man die nackten mageren Beine des Spensts sehen kann. Eine Schande ist das. Vor so einem Gespenst gruselt sich kein Mensch, da bekommt man eher Mitleid. Eigentlich kann sich ein Geist, der etwas auf sich hält, kaum noch aus der Höhle trauen.

Es hebt das Glas ein weiteres Mal und leert es ohne abzusetzen. Das Spenst schüttelt sich. Brrr, was für ein scharfes Zeug. Da wird einem doch gleich ein kleines bisschen wärmer ums kalte Herz. Das ist auch gut so, denn jetzt wandern die Gedanken des traurigen Geistes zu der mauligen Tante vom Jobcenter. Was für ein dummes, selbstgefälliges Weib. So eine hätte das Spenst gern so gründlich zu Tode erschreckt, dass sie ihr ganzes weiteres Leben im Kloster verbracht und sich nie wieder rausgetraut hätte. Aber nichts zu machen. Ein Blick in die Sachbearbeiterinnen-Augen und es war klar, so eine lässt sich nicht erschrecken. Was hatte sich das arme Spenst von ihr nicht alles anhören müssen! Überflüssig sei es und nicht vermittelbar. Sie wollte es in eine Maßnahme stecken und zum Mediengestalter Fachrichtung Webgesign umschulen. „Im Internet, da spielt heute die Musik.“ Völlig demoralisiert spukte das Gespenst im Sozialamt herum, bevor es nach Hause schlich.

Dabei hätte es wissen müssen, dass das Jobcenter ihm nicht helfen kann. Die Zeiten sindvölig geistlos geworden, und die Menschen brauchen keine Gespenster mehr. Sie gruseln sich vor Euro-Rettungsfonds, Kopftuchmädchen, Auto-Zündlern, Autobahnen, Überfremdung, Schwermetall im Essen, Hühnergrippe, Germanys next Topmodel, Schuldenschnitt, Legionärskrankheit, El Kaida, Wall Street und vor allem, was der Papst so sagt und tut. Kein Wunder, dass Gespenster da nicht mehr zeitgemäß sind. Es ist geradezu anders herum. Vor einigen Jahren hatte ein Elektronikmarkt einen freundlichen weißen Geist als Werbefigur. Kinder lesen heutzutage serienweise Bücher über den, dessen Name nicht genannt werden kann, und über die Untaten verliebter Untoter.

Denn man Prost! Mist, jetzt ist die Flasche leer. Das Spenst wankt durch die Gespensterhöhle. Es stößt sich an den Wänden und fügt den Beschädigungen seines Kostüms einen weiteren kleinen Riss zu. Schimpfend und brummelnd tastet es sich vor bis zur kleinen Schreibecke, in der der Computer steht. Hier findet das letzte Ritual vor dem nächtlichen Spuken statt, ein Besuch auf der Website GruselpartnerScout24.de. Das Spenst hat sich nämlich zu allem Unglück auch auf Partnersuche begeben und ist schon ganz gespannt darauf, zu sehen, ob die kleine dralle Hexe zurückgeschrieben hat, die sich einen niveauvollen Spuk zu zweit, bei Gefallen mehr, wünscht.

Doch das alkoholisierte Geisteswesen kommt nicht mehr dazu, nach der Hexe zu sehen. Kaum hat es sich auf der Website von GruselpartnerScout24 eingeloggt, fällt seine leere Augenhöhel auf die Werbung der Internet-Jobbörse monster.de. Ein Software-Konzern sucht gerade dringend böse Geister, Untote, Trolle und Gespenster jeder Art. Das Unternehmen, das sich auf Englisch GanzKleinUndWeich nennt, braucht Unterstützung dabei, PC Benutzer immer wieder von der neuesten Software zu überzeugen. Dazu nisten sich kleine Gespenster ganz tief im Inneren des undurchschaubaren Geräts ein und spuken herum. Mal bringen sie den Bildschirm zum Einfrieren, mal verursachen sie die berühmten schweren Ausnahmefehler. Besonders beliebt ist auch ein Absturz des Schreibprogramms, der 90 Seiten einer Examensarbeit mit sich in einen digitalen Abgrund reißt. Natürlich braucht kein böser Geist dafür eine Vorbildung, das Unternehmen schult seine Mitarbeiter regelmäßig auf die beste Weise. Es zahlt gut und bietet nicht nur vorbildliche Sozialleistungen, sondern auch einen jährlichen Betriebsausflug mit der Geisterbahn nach Loch Ness.

Ohne sich noch um die liebeswillige Hexe und den Posteingang bei GruselpartnerScout24.de zu kümmern, sucht das Spenst seine Bewerbungsunterlagen zusammen. Das ist der Job, von dem es immer geträumt hat. Statt in feuchten Kellern sein Unwesen zu treiben, kann es trocken auf einem Motherboard sitzen. Es braucht keine Arbeitskleidung und kann wahrscheinlich ein Großteil seiner Kunden in Heimarbeit übers Netz betreuen. In kürzester Zeit hat es die Bewerbung abgeschickt, spukt noch ein bisschen aufgeregt im Zimmer herum und fällt dann müde in das Spinnennetz, das ihm als Hängematte dient. Und als das Spenst das erste Schnarchen ertönen lässt, schiebt sich die Sonne über den Horizont und ein neuer, hoffnungsfroher Tag beginnt!

Die Selbsthilfegruppe.

Sonntag, 19. Februar 2012

Beratungsstelle

Ich bin froh, dass ich die Gruppe habe. Wir treffen uns jeden Dienstag in den hinteren Räumen der Beratungsstelle. Gegenüber ist die Teeküche. Erstmal wird Früchtetee gekocht, es gibt drei verschiedene Sorten in großen Thermoskannen. Wir haben Teebecher mit verschiedenen niedlichen Motiven oder Werbeaufdrucken. Kaffee und schwarzer Tee werden nicht gern gesehen. Manche unserer Gruppenmitglieder sind hypersensibel und können mit der Energie des Koffeins nicht umgehen.

Nacheinander treffen alle Mitglieder ein. Wir räumen die Tische an die Wände und bauen einen Stuhlkreis auf. Ich habe den Verdacht, dass dies alle Gruppen tun, die sich hier treffen, so dass die Tische letztendlich überflüssig sind. Aber es kann auch sein, dass die Tische nur pädagogischen Zwecken dienen. Das Wegräumen stärkt die Gemeinschaft – und für einige von uns stellt es die einzige Betätigung in der Woche dar, die sie ein wenig ins Schnaufen bringt.

Wir setzen uns in den Stuhlkreis. Jeder hält seinen Teebecher in den Händen und starrt in die dampfende Flüssigkeit. Gundula schleppt ein Tischchen aus dem Flur herbei, um ihren Becher abzustellen. Friedjung ist noch damit beschäftigt, die Fenster zu öffnen, um etwas frische Luft hinein zu lassen. Dazu muss eine riesige Topfpflanze bewegt werden. Ich habe das Gefühl, die Pflanze wehrt sich, und er kämpft mit ihr.

Friedjung ist unser Gruppenleiter. Er eröffnet den Abend und stellt die beiden Neuen vor, einen Mann und eine Frau. Wir gehen über zur Eingangsrunde. Jeder von uns erzählt, wie es ihm geht, wo er gerade steht und ob er „es“ wieder getan hat. Wir versuchen, jeder Erzählung mit Empathie zu begegnen. Wir sitzen alle im selben Boot. Denn wir sind Süchtige.

Jetzt dürfen die Neuankömmlingen etwas über sich berichten. Der Mann nennt sein Alter und die Zahl seiner Kinder. Die Frau dagegen holt weit aus, lässt ihr ganzes Leben vor uns auferstehen und berichtet von vielen Kränkungen, Ungerechtigkeiten und Verletzungen. Wir Stammgäste üben uns in Geduld. Darin sind wir Profis. In den acht Jahren, in denen die Gruppe besteht, haben wir schon viele solcher deprimierenden Geschichten gehört.

Die anschließende Diskussion ufert aus. Einige von uns nutzen bestimmte Aspekte in der leidensreichen Lebensgeschichte der neu angekommenen Frau, um selbst Erlebtes beizusteuern. Meist geht es um Erfahrungen, die noch schrecklicher sind als die soeben gehörten. Längst ist kein roter Faden mehr zu erkennen, außer dem, dass jeder es ähnlich schwer hat und sich tapfer dem Schicksal gegenüber stellt.

Alle sind wir süchtig nach dem Besuch von Selbsthilfegruppen. Manche von uns haben bis zu zwanzig verschiedene Gruppen pro Woche besucht. Einige von uns hatten in den Fluren der Beratungsstelle geschlafen, um keine einzige Gruppe zu verpassen. Doch schließlich hat jeder Einzelne gespürt, dass er Hilfe braucht, dass die Gruppen sonst sein Leben zerstören.

Jetzt unterstützen wir uns gegenseitig. Es gibt eine Telefonliste. Jeder von uns hat einen Partner, der auf ihn aufpassen muss. Wenn wir die Lust verspüren, unserer Sucht nachzugeben und eine Selbsthilfegruppe zu besuchen, rufen wir sofort unseren Partner an. Der gibt dann sein Bestes, um uns von diesem Vorhaben abzuhalten. Oft machen wir stattdessen Kinobesuche, oder manche gehen zum Boxen. Friedjung hat seinen Partner sogar angezeigt und einsperren lassen. Manchmal hilft eben nur konsequentes Handeln gegen die Sucht. Wir müssen unseren Partner vor sich selbst schützen, nahezu um jeden Preis. Es ist wie in jeder anderen Suchthilfe auch. Man munkelt von Fällen, wo Menschen in die Geschlossene gekommen sind. Dort hat man sie ans Bett gefesselt, um ihnen jeden Besuch einer Selbsthilfegruppe unmöglich zu machen.

Den meisten von uns fällt es schwer zu begreifen, wie es soweit kommen konnte.

Sibirische Kälte.

Montag, 13. Februar 2012

Titel des Blogbeitrags Sibirien

Wenn es so kalt wird, wie uns der Wetterbericht droht, erwarten uns Zustände wie in Sibirien. Da friert so gut wie alles ein. Zuerst natürlich die Seen, die Wasserleitungen und die Zentralheizung. Doch das ist nur der Anfang der Zu- und Abfriererei. Der Morgenkaffee eines Sibiriers friert noch auf dem Weg aus der Kanne in die Tasse, und nicht selten zerschlagen dabei scharfkantige Eisbrocken das kostbare Sammelgeschirr älterer Damen. Um das morgendliche Getränk zu genießen, muss man es erst in kleine Teilchen zerhacken. Kein Wunder, dass es keine Kaffeelöffel gibt. Jungen Brautpaaren schenkt man stattdessen kleine silberne Spitzhacken, die neben die Tasse gelegt werden. Haustiere wie Katzen, Hunde oder Meerschweinchen existieren nur im gefrorenen Zustand, man nutzt sie als Dekoration. Manchmal ist die Kälte ganz praktisch: Sofakissen braucht man nur einmal den richtigen Knick verpassen, der bleibt dann lebenslang drin. Glas ist in Sibirien so gut wie unbekannt, weil Fenster und Flaschen gleich aus Eis hergestellt werden. Bei den meisten Menschen hängen Eiszapfen von den Lippen, denn die Atemluft gefriert sofort.

Die Menschen sind äußerst kaltblütig und oft gefriert ihnen das Lächeln auf den vereisten Lippen. Statt heißer Liebe regiert im nördlichsten Teil Russlands nur eiskalte Leidenschaft. Die Frauen wirken doppelt attraktiv, wenn sie eine gesunde blaue Gesichtsfarbe haben. Doch zum Geschlechtsakt kommt es nur selten, denn wer die zehn übereinander angezogenen Jacken und Pullover ablegt, spürt sofort eine dünne Eisschicht auf der Haut. Zumindest brauchen die sibirischen Männer kein Viagra, die Kälte lässt ihnen alle Glieder gefrieren. Babies werden gleich nach der Geburt in die Gefriertruhe gelegt, damit sie es – für sibirische Verhältnisse – gemütlich warm haben.

Kein Wunder, dass die Russen des Nordens sehr melancholische Leute sind und dem Alkoholismus frönen. Das ist allerdings schwierig. Wenn man sich im Lokal zum Eisbein einen Block Bier bestellt, muss man erst stundenlang darauf sitzen, um das Getränk aufzutauen. Umgangssprachlich nennt man das „gemütlich ein Bierchen ausbrüten“. Wodka trinkt man schon lange nicht mehr, man lutscht ihn und lässt sich von innen wärmen. Täte man das nicht, würde man sich die Gesäßöffnung durch das Eis verletzen.

Waschen ist in Sibirien so gut wie unmöglich, doch immerhin lassen sich Schmutz und Schweiß mit dem Hammer abschlagen. Enteisungsspray wird palettenweise eingekauft. Man nutzt es, um die Kinder aufzutauen, damit sie zur Schule gehen können. Andere moderne Errungenschaften sind dagegen so gut wie unbekannt. Friseure zum Beispiele gibt es in Sibirien nicht, weil sich Haare bequem abbrechen lassen. Computer sind unbeliebt, weil die Bildschirme einfrieren. Musik gilt als gefährlich, denn davon können die Ohren abbrechen. Der Bikini hat sich als Kleidungsstück nicht durchgesetzt und importiertes Speiseeis verkauft sich so gut wie gar nicht. Angeln ist kein Volkssport und FKK völlig unbekannt. Dafür vermehren sich die Eisbären rasant. Sie ernähren sich von gefrorenem Fisch wie auch von gefrorenen Fischern, und beides ist in Sibirien reichlich vorhanden.